Verdis Erfolgsoper als Familiendrama
Verdis erster großer Opernerfolg, seine dritte Oper, handelt von dem Gewaltmenschen Nabucco, dem König von Babylon, und seinen zwei Töchtern. Die eine hält sich für eine Sklavin, ist hasserfüllt und vermutlich hat der Vater ihr in der Kinderzeit eine Wunde zugefügt; die andere ist zu den Hebräern übergelaufen, sie ist sanft und wird von der Schwester malträtiert.
Die Handlung spielt auf dem Hintergrund des Kampfes der Hebräer um ihre Freiheit. Am Ende tritt der König Nabucco aus rätselhaften Gründen zum Gott der Hebräer über. Auch dieser Schritt dient zur Befestigung seiner Macht.
Macht und Fundamentalismus aber, sagt die Regisseurin Karoline Gruber, die Verdis Musikdrama an der Hamburgischen Staatsoper neu inszenierte, haben ihren Entstehungsgrund und den Grund für ihren Zerfall in den Wunden, die im Familienleben empfangen wurden. Am Sockel des Historiendramas NABUCCO lauert ein Familienkonflikt.
In Zusammenarbeit mit der Hamburgischen Staatsoper.
Inszenierung: Karoline Gruber. Musikalische Leitung: Ion Marin.
Spannend und informativ.